gegebene Seelen
Kennt ihr das, wenn ihr eine Strasse gerade überquert habt und euch auf der anderen Seite noch einmal umdreht, nur um zu sehen das euch wirklich keiner Folgt. Meist ist das doch unbewusst bei Nacht oder Dämmerung, wenn die Schatten anfangen zu huschen und der Wind Stille statt Vogelgezwitscher mit sich trägt.
In dieser Nacht war es ähnlich, eigentlich wollte ich nur noch eben den Biomüll rausbringen, damit der Blick in die Mülltonne mir am nächsten Morgen nicht die Laune vermiest.
Mein Garten ist nicht groß, aber meine Mülltonne muss natürlich ganz am Ende des kleinen stückchens Grün stehen, ein gerader Weg von einem Mehrfamilienhauses zur Mülltonne. Die Tür nacht Draußen geht leicht auf, eine neue Tür ohne Griff von Außen, daher kontrollier ich noch schnell, ob ich den Schlüßel auch wirklich dabei habe und sehe dabei, angelehnt an der offenen Tür, damit sie nicht zufällt in den Hausflur hinein, es ist ruhig und der Wind raschelt in den Letzten Blättern der Herbstbäume, als wolle er sich wärmend in sie kuscheln. Mein Schlüßel in der rechten Sweetjackentasche ist sicher verwahrt, wärend ich los gehe in Richtung Mülltonne und die Tür hinter mir zufällt.
Auf halben weg zur Mülltonne dreh ich mich um, kontrolliere den Rückweg, gehe weiter, fange an nervös in die Büsche und Hecken zu Starren, in der Hoffnung nichts auffälliges zu finden.
Nichta, Dunkelheit, Herbstwetter und Laub, mehr wahr hier draußen nicht. Aber im Nachhinein, als ich wieder in meiner kleinen zwei Zimmerwohnung sass, war mir bewusst, das dadraußen irgendwas war, irgendetwas anders war als sonst. Mich etwas beobachtete und mich sah, ich es aber nicht.
Der Wind wurde nicht stärker und die Nacht nicht dunkler, der Vollmond durchbrach die Wolken zart und die Nacht beendete den Tag, so wie sie es immer Tat. Doch nun war irgendetwas anders, erneut schaute ich aus dem Fenster, wieder in der Hoffnung nichts zu sehen. Doch irgendwie schienen sich die Schatten da draußen in dem Baum zu bewegen, unmöglich, sicher nur der Wind, ich schloss die Gardinen, mit der festen Entschlossenheit einfach nur so einen skeptischen Tag zu haben und mir alles einzubilden.
Mit diesem Entschluss, den ich versuchte mir den ganzen restlichen Abend einzureden, kuschelte ich mich in mein warmes Bett und schlief langsam ein.
nanjo am 28. November 13
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