Zeitverzögerung
Lange schwarze Haare lagen auf ihrer üppigen Brust, die nur noch von einem engen kleinen dreieckigen Bikinitop Bedeckt wurden, kein Raum mehr für Fantasien, die enge Hotpants aus dunklem Jeans, tat ihr übriges für die Vorstellungskraft vom Markus. Die zart blauen Sandalen ohne Absatz waren wirklich das unschuldigste an dieser Frau.
Sie saß am Rand des Deiches und rührte sich kaum, nur hin und wieder um die Seiten eines Fetischmagazins umzublättern,als sei es nichts besonderes so etwas in der öffentlichkeit anzusehen.
Ihre Brüste bebten Sanft, wenn sie von einer Seite zur nächsten umschlug und ihr perfekt geformter Körper wackelte nur hauchzart, so zart das Markus meinte nur er könne es sehen. Er wäre so glücklich gewesen, wenn nun auch noch kleine Schweissperlen an ihrem Körper wären, nur ganz sanft.
Kurz fuhr er zusammen und schüttelte sich bei dem Gedanken, nein er schämte sich schon fast dafür, das er seinen Gedanken so viel Freiraum gelassen hatte.

Er zog sein Handy und machte ein Foto von ihr am Strand, grinste beim Anblick auf das Display und freute sich, diesen Moment nur für sich zu haben. In Wirklichkeit hatten sie schon mehr Leute am Strand gesehen, doch keiner wollte etwas sagen, Frauen zogen ihre Männer hektisch weiter, als diese Anfingen zu gaffen und die kleinen Jungs alberten rum, wer sie denn nun Ansprechen sollte.

Markus zog hingegen sein T-shirt aus und all seine farbenprächtigen Tattoos kamen zum Vorschein, er hatte sich die haut voller wunden und Narben, aufgerissener Haut und Monster tattoovieren lassen, die erschreckend echt aussahen, auch dieses führte zu getuschel der Leute, unbeirrt dessen ging er Richtung wellen, testete mit einem Fuß die Temperatur des Wassers, angenehm. Somit beschloss er weiter ins Wasser zu gehen und schwamm ein wenig ins Meer hinaus. Erst auf Höhe der Schifffahrtswege machte er kehrt und schwamm wieder mit den Wellen zurück zum Deich. Er hielt direkt Kurs auf sein Handtuch, im gegenteil der meisten Urlauber hier, verlor er nicht die Orientierung, wenn er auf dem offenen Meer ist.

Fast hätte er sich verschluckt und wäre ertrunken so dachte er, als er sah, das jemand neben seinem Handtuch saß und später feststellte, das sie es war, die halbnackte Schönheit vom Deichrand, sie hatte sich direkt neben sein Handtuch gesetzt. Er war verwirrt, warum tat sie so etwas und warum zum Teufel neben sein Handtuch und warum nun.
Ein Mann setzte sich neben sie und sie zeigte aufs Meer und der Mann ging fort. Markus strengte sich an irgendwelche logischen Schlüsse zu ziehen oder irgendwas daraus sinnvolles daraus zu interpretieren, aber vergeblich, sobald er mehr dachte als schwamm, hatte er das Gefühl er würde nicht lange durchhalten. Am Ufer angekommen, stand er Knietief im Wasser und ging in Richtung Handtuch, sie sah ihn nicht an, aber sein Blick war auf sie fixiert.
Bei seinen Sachen angekommen, nahm er sich sein zweites Handtuch aus der Tasche und tupfte sich leicht ab, nur damit er nicht klitschnass war. „Alles klar bei dir ?“ fragte er während er sich zu ihr setzte. „ Ja, alles bestens“ Sie grinste schöner als die Sonne, so fand er. „ gut, du hättest auch ruhig mit aufs Handtuch können.“ „Danke, ich mag den Sand an der Haut.“ Er musste lachen, während sie den Blick nicht von ihrem Magazin lenkte. Nun wusste er, dass sie die Richtige ist, er wühlte in seiner Tasche rum und holte eine kleine Tupperdose hervor. „ha, wusste ich es doch, ich hab dir Kekse eingepackt.“ er machte die Dose auf und stellte sie zwischen sich und der jungen Frau. Nun sah sie ihn an, sein lächeln überflog Meilen und ihr zartes schmunzeln ließ jede Sekunde zeitlos werden. „ohh die mag ich wirklich gerne.“ sie nahm sich einen und knabberte die Schokolade vom Keksdeckel ab. „ süße, ich geh noch ne Runde ins Wasser, kommst du mit ?“ sie sah ihn an.. schaute ihn dann fast fragend an. Antworte dann aber „nein, ich warte hier auf dich.“ und lächelte wieder zart. „gut, wenn die Kekse alle sind, es ist eine zweite Dose in der Tasche“ er lachte während er sich umdrehte Richtung Wellen und die Hand hob für ein kleinen Wink zum kurzen Abschied.


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