ohne Lebensgefühl
Es ist schwer zu erfassen, dieses Gefühl alles falsch zu machen. Schwer dieses Gefühl wieder loszuwerden.
Es ist einsam und verloren, die Nächte schlaflos und zermürbend. Verloren obwohl man weiss das man nicht allein ist.
zu wissen, das man ein schlechter Mensch ist, zu verlieren,wenn ein Sieg so nahe ist.
Wir sterben vieleicht alle für uns unseren eigenen Tot, aber wie wir unser Leben verbringen, das sind ganz andere Worte.
Sich zu verlieren in der Meinung der Masse, des anderen, des einzelnen. Seine Hand nicht gegen jemand anderen zu erheben und nicht zu schwimmen,wenn andere das Meer verlassen. Das sinkende Schiff verlassen und nicht versuchen das Loch zu flicken,ist es das was man wünscht, den bedingungslosen Mainstream (?).
Leichen lässt man verwesen, verbrennen oder balsamiert sie. wir verlieren den Blick für die Lebenden. Wir sagen der Tod begleitet uns, aber dass uns das Leben Tag für Tag entgegen strahlt verlieren wir aus den Augen, das schöne .. so oft vergessen wir, wie es ist zu fliegen oder es einfach nur zu wollen, das wir den Gedanken schon gar nicht mehr dazu bringen zu fantasieren.. ich vermisse den langen schlaf, die Traunwelt, wo es ruhig und schön ist. Wo die Seele so unendlich frei und wild sein darf ohne jemanden zu verletzen oder sich danach zu richten.
nanjo am 09. Juni 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
Jumbo-Zombie
Seine Haut war uneben und rau, blass und von der Sonne ungeküsst. Sein Gang schwerfällig, langsam und ohne jeden Rhythmus. Die Pupillen komplett schwarz, nur ein zarter grüner Rand war um sie zu sehen. Er war eigentlich gepflegt, dennoch nannten ihn alle . Rund, ja rund, das war er schon immer irgendwie gewesen, seine Mutter liebte zwar gesunde Nahrung, dennoch wurde er zu einer Kugel. Kein Moppelche, sein Fleisch wabbelte und schwabbelte nicht. Er konnte schnell sein, wenn er denn wollte, aber er wollte nie. Seine linke Wade und somit auch sein linker Fuß fehlten ihm, stattdessen hatte er dort ein Piratenbein. Kein gewöhnliches Holzbein, sondern eins mit Verzierungen, kleinen schnörkeln und ranken, ein paar Wassertieren, geschnitzt und eingebrannt von seinem Vater und seinem besten Freund Lucy.
Jumbo-Zombie hatte, als er gerade mal 13 Jahre alt war zwei Mädchen aus dem Nachbardorf aus dem Moor am Stadtrand von Neuburg gerettet. Es war damals Winter und die beiden Mädchen kamen vom Weg ab, sie gerieten in den Sumpf Jumbo-Zombie hörte die schreie und zögerte nicht ihnen zu helfen. Er nahm sich einen Stock, während eine der beiden Mädchen nach dem Stock griff und Jumbo-Zombie sie heraus ziehen konnte, geriet die andere immer tiefer in das Moorwasser, als wäre dort eine Strömung. Das gerettet Mädchen ging strauchelnd zur Hauptstraße und winkte ein Auto heran. Der Fahrer alamierte mit seinem Handy die Polizei und Feuerwehr, verlangte auch gleich nach Notärzten und rannte dann ebenfalls zum Moor, dort angekommen, sah er wie der kleine Junge, der aussah wie ein Zombie das andere Mädchen schon fast aus dem Moor befreit hatte. Er trug das zweite, stark unterkühlte Mädchen zur Straße und wickelte sie in eine Wolldecke ein.
Der Krankenwaagen fuhr mit Blaulicht und Sirene heran, direkt dahinter waren zwei weitere Krankenwagen, ein Notarztwagen und zwei Streifenwagen. Doch es war der erste Krankenwagen, der Jumbo-Zombie zu dem machte, das er heute ist, ein Jumbo-Zombie mit Piratenbein. Aus ungeklärten Gründen bremste der Krankenwagenfahrer nicht rechtzeitig und erwische den kleinen Retter und statt ihn einfach nur umzufahren, fuhr er ihm auch noch über das Bein und zerquetschte dieses so stark, das es abgenommen werden musste.
Das erste Jahr war schwer. Er wohnte in einer kleinen Stadt und alle redeten darüber und wie arm dran der arme Junge doch wahr. Am Anfang bekam er eine richtig schöne hochwertige Protese, bis er irgendwann austickte und sie zerstörte, daraufhin hat sein bester Freund ihm ein Bein geschnitzt, er wollte immer schon Tischler werden, sein Vater war auch einer. Das erste Piratenbein sah auch wirklich aus wie ein Stuhlbein, das zweite war schon besser. Jumbo-Zombies Vater gab den Jungs dann diese wundervolle Maschine um Muster ins Holz zu brennen, er wahr einfach nur froh, das sein Sohn sich nicht aufgab und sein bester Freund ihm zur Seite stand, er wollte alles tun, damit das Leben weiterging.
Die Jungs fingen mit einfachen Mustern an und die Schüler in der Klasse waren immer begeistert, wenn etwas neues aufs Holz zu entdecken war. Jumbo-Zombie nahm jedes Jahr ein wenig zu, mittlerweile ist er 17 Jahre alt, hat 8 Holzbeine und hält sein Gewicht. Sein bester Freund schnitzt immer noch seine Beine und bastelt nun auch Holzbeine für fremde Menschen, denen ein Bein fehlte, es war anders, es war hübsch, es war persönlich.
Jumbo-Zombie war ein guter Junge, bis er zum Piraten wurde, er reduzierte seine Freunde und blieb lieber für sich, er kam gut mit seinem Holzbein klar, aber nicht mehr mit anderen Menschen, er verlor sich im Mitleid seiner Mitmenschen und seiner Lebenseinstellung. Er erfreute sich über die Mühen seines besten Freundes, das sein Vater auch hin und wieder in den Schuppen hinterm Haus kam um in der kleinen Werkstatt der Jungs mit zubasteln. Der Duft des Holzes lag ihm immer in der Nase, wenn er ins Bett ging und das Blaulicht des Krankenwagen und die panische rufe des Autofahrers Maxwell verfolgten ihn manchmal in der Nacht, doch das verriet er niemanden.
Einst wollte er Musiker werden, nun wollte er Narben Tattoovieren in einigen Jahren wird er seinen Weg anders Beschreiten. Er wird Rennfahrer, keiner auf dem ersten Platz, aber ein Erfolgreicher und sein Ruhm wird der seines besten Freundes.
Es fing im Frühjahr an, er war gerade 15 geworden und suchte nach einer Sinnvollen Beschäftigung in den Ferien, da weder er noch sein Lucy eine gute Idee hatten, außer Holzbeine schnitzen, beschlossen sie mit dem neuen in der Klasse Graffitis zu sprühen, sie fragten bei Firmen an, ob sie deren Lagerhallen besprühen durften und diese sagten erstaunlicher weise Ja. Es lag wohl daran, das immer Jumbo-Zombie nachfragte, Kulleraugen machte und sagte, das er sonst ja nichts zu tun habe und das ihm am meisten Freude machen würde.
Irgendwann gingen ihnen die Motiv Ideen aus und sie saßen in der Wohnung von Tinko, dem neuen, na, es war nicht seine Wohnung, sondern natürlich die seiner Eltern. Tinkos Mutter betrat die Veranda und fragte, ob die Jungs mit zu Tinkos Vater wollen, sie wollte ihm und seinen Kollegen Eis vorbei bringen, weils so warm war.
Tinko willigte einfach für alle ein und sie fuhren zur Rennstrecke zwei Orte weiter, wo Tinkos Vater ein neuer Mechaniker bei dem örtlichen Rennstall geworden war.
Die Jungs schauten fasziniert den schnellen Autos zu und Tinko erzählte wie gerne er einmal Rennfahrer werden würde ohne zu zögern ging Jumbo-Zombie zum Rennteam und sagte „ Tinko wird Rennfahrer, ihr müsst uns also Helfen ihn zu einem zu machen.“ Erst lachte das Team, aber nur solange bis sie die ersten Rundenzeiten von Tinko sahen und das mit nur 14 Jahren.
So nahm auch Jumbo-Zombies Leben eine Wendung.
nanjo am 06. Juni 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
freilassen
Manchmal lässt man sich von seinen Gefühlen täuschen, lässt sich gehen und weiß, das es irgendwie falsch ist. Man geht einen Weg, den man nicht hätte gehen sollen und verlässt die sicheren Straßen der Vernunft. Hin und wieder passiert es, das wir damit etwas richtiges tun, aber viel zu oft ist es genau das Falsche sich fallen zu lassen und einfach auf sein Gefühl zu hören. Wir verletzen Freunde und uns selber,wenn wir unüberlegt jedem Gefühl nachgeben.
Schalten wir früher den Verstand ein, ist es zwar oft für uns selber schwerer zu ertragen, dennoch ist es besser für die Mehrheit von uns. Einige müssen allein bleiben,damit andere glücklich werden können, wir können nicht alle siegen.
Ich dachte es wäre gut eine Nacht frei zu sein, frei von der eigenen Vernunft in der Wiege der Vernunft der Anderen, doch ich irrte mich, denn sobald bei Ihnen die Hoffnung über den Verstand siegt, ist meine Freiheit nur noch ein verzweifelter Schrei nach Geborgenheit und hat nichts mehr mit dem zu tun, was im realen Leben wichtig ist. Liebe, Verstand, Bestand und Vertrauen. Hin und wieder erwische ich mich dabei, mich fallen zu lassen und andere Mitzureißen, ein Fehler den ich so schnell nicht wieder machen möchte.
Einmal Leben zu können bedeutet eben auch andere zu verletzen, man ist eben nicht so allein, wie man denkt, man lebt nicht einsam, es sind immer irgendwo andere Menschen, die Vernünftiger oder anders entscheiden als man selber, die Gefühle anders Empfinden, als man selber.
Eventuell habe ich das wichtigste Verloren, etwas das mir die Hoffnung auf Freiheit trotz Gebundenheit gegeben hätte, aber ich bin mir sicher, Menschen leben freier ohne mich.
Traurig und melancholisch ist es erst dann, wenn man sein Herz einsperrt, aber das pocht her raus wie nie zu vor und freut sich auf eine neue Ära.